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Bilder im Sand

Posted by Guido on 27. Juli 2012 with No Comments as , ,

“Mensch, das schmeckt doch nach Sand! Das kann man ja nicht essen!” meint die Mama zu ihrem sechsjährigen Töchterchen. “Ja klar, das ist ein Sandkuchen, da musste ja Sand rein!” entgegnet die Tochter unbeirrt. Die Mutter hatte es nur gut gemeint, als sie der Kleinen vorzeitig das Lesen beigebracht hat, nun fragt sie sich dennoch, ob das wohl richtig so war … . Auch nach einer Stunde sieht das junge Mädchen nicht ein, dass da im Rezept mit voller Absicht kein Sand erwähnt wurde! Natürlich hatte sie den vermeintlichen Fehler korrigieren müssen, und was nun? Warum schmeckt der Mama denn dieser mit viel Liebe zubereitete Kuchen nicht?

Erst als die Mutter sie mutig auffordert “Probier doch selbst!”, verzieht sie ihr Gesicht plötzlich und gibt mürrisch zu, der Sand täte wohl anscheinend nicht hineingehören! Tja, Kinder entdecken jede Form von mangelnder Logik eben schnell, und da wird dann auf jeden Fall zu Recht gefragt, warum der Kuchen denn nicht einen anderen Namen hätte, wo ganz offensichtlich rein gar kein echter Sand hineingehörte? Glücklicherweise sind kleine Irrtümer meistens recht schnell aus der Welt zu schaffen!

Was im Kuchen zum wahrhaft zähneknirschenden, gar ekelig anmutenden, Erlebnis werden kann, ist hingegen andernorts sehr willkommen: Was wäre beispielsweise die Sandburg ohne echten Strandsand? Genau wie jedes andere Gebäude auch, muss eine Sandburg sorgfältig durchdacht und geplant werden! Dabei ist offensichtlich nicht jedes Gebäude aus Sand gleich einer Ritterburg nachempfunden. Sandburgen, oder noch besser Sandkunstwerke sind aber wiederum längst über den Status des einfachen Kinderspiels hinausgewachsen: Regelrechte Sandfeste finden bereits vermehrt statt, um den Sandeskünstlern eine Möglichkeit der öffentlichen Ausstellung ihrer Kunstfertigkeit zu geben!

Wer sich sich nicht so recht für das Baumaterial Sand begeistern kann, dem sei an dieser Stelle gesagt: Sandstein ist zwar eine stabilere Form von Sand, aber ohne Frage würde wohl derzeit niemand ernsthaft auf die Idee kommen, langfristig stabile Bauten noch Kunstwerke ausschließlich aus Sand zu fabrizieren! Demnach ist der Sand heute also ausschließlich ein vielfältiges Baumaterial für den ambitionierten Künstler. Selbst das gelegentliche Knirschen zwischen den Zähnen hält den echten Sandenthusiasten dabei nicht von seinem Werkeln ab! Alle anderen Leute pflegen dann im Gegensatz dazu eher den Gebrauch andersartiger Materialien im Skulpturenbau. Doch was wären unsere Strände nur ohne diese markanten Bilder im Sand?