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Instandsetzungen mit Augenmaß

Posted by Guido on 17. September 2012 with No Comments as , ,

Es regnet und regnet. Man sieht zum Fenster hinaus, und es wird eine Sache ganz schnell klar: Der Herbst ist endlich da! Stürme jagen einander hinterher, die Blätter werden immer mehr gelblich, rötlich und bräunlich. Mit jedem Lüftchen, welches die Zweige nicht bloß hin und her wiegt, sondern sie gar umtost und, gleich den Wellen im Meer, mit einer Brandung aus Luft umgibt, fällt Blatt für Blatt zur Erde hernieder … . Ein Blatt auf dem Fußboden macht noch keinen Herbst, doch haben sich erst einmal Hunderte von Blättern zu einem Event versammelt, läutet dieses Laub dann nicht quasi gleich eine Art Oktoberfest der Pflanzenwelt ein?

War der Sommer zuvor womöglich eine Qual der Hitze, scheinen die Wolken des ausklingenden Jahres dann eher einen erlösenden Charakter zu haben. Hingegen, nach einem durch und durch verregneten Sommer mag der eine oder andere Zeitgenosse nun die Anstricharbeiten am Haus wohl bis ins nächste Jahr vertagen müssen! Bei regenfreiem Herbstwetter könnte jedoch auch noch etwas am Haus gearbeitet werden, oder?

Die alljärhlich fälligen Reparaturen rund ums Haus müssen schließlich irgendwann durchgeführt werden! Einmal braucht die Fassade einen neuen Anstrich, dann sind die elektrischen Leitungen jäh marode, das Heizungssystem steht plötzlich vor dem Zusammenbruch oder die Wasserleitungen tropfen bereits verdächtig. Ganz klar findet sich immer etwas, das gerade reparierende Aufmerksamkeit benötigt!

Vor lauter Spar- oder auch Modernisierungswahn machen die einen Leute lieber solange gar nichts in Richtung Renovierung, bis irgend etwas endgültig kaputtgeht, während die anderen Menschen alle paar Jahre zu immer neuen Innovationen hindrängen, “die nie zuvor ein Mensch gesehen hat” (Zitat: Star Trek)!

Die preisbewussten Zeitgenossen werden sich aber wohl am ehesten von der Idee begeistern lassen können, zwar notwendige Reparaturen nicht unnötig lange aufzuschieben, jedoch einwandfrei Funktionierendes wiederum nicht anzutasten. Was für einen Sinn hätte es denn beispielsweise, ein Dach allein nur deshalb neu decken zu lassen, weil es bereits mehrere Jahrzehnte alt ist?

Frühjahr und Herbst sind einfach die Jahreszeiten, um driinen ordentlich aufzuräumen und alles gut in Schuss zu bringen! Kommt nicht genau jetzt wieder die Zeit des Jahres, in der die kleinen Instandsetzungen vor der kalten Zeit noch schnell fertigbekommen werden könnten?

Benutzen und wegwerfen

Posted by Guido on 23. Juni 2012 with No Comments as , ,

In den alten Zeiten, als man sich das Wasser oft noch aus dem nächstgelegenen Brunnen holen musste und die Elektrizität nur von Blitzen am Himmel her bekannt war, gab es beim Hausbau eigentlich nur Wände und Decken zu zimmern, schon war das Haus an sich fertig! Fenster aus Glas konnte sich damals zwar kaum jemand leisten, doch Fensterläden taten eben auch ihre Arbeit … .

Es war alles sehr einfach in der Vergangenheit, auch wenn der Mensch noch so manchen modernen Komfort missen mochte. Ein paar Löcher im Haus für den Schornstein und die Fensteröffnungen genügten! In der heutigen Zeit hingegen müssen schon zum Bauzeitpunkt sämtliche Leitungen für Wasser, Zentralheizung, Strom und manchmal gleichfalls Erdgas in das Mauerwerk eingebettet werden, was die korrekte bauliche Ausführung zu einem eher komplizierten Unterfangen macht. Überall könnte ein kleines Loch oder eine nur geringfügig defekte Verbindung das Haus im Nachhinein bereits unbewohnbar machen!

Ganz besonders deutlich wird diese Komplexität moderner Behausungen, wenn dann eines Tages auf einmal irgendwo das Wasser aus der Mauer heraustropft, oder die Steckdosen in einem bestimmten Zimmer plötzlich in Rente gegangen zu sein scheinen! Dann muss das Mauerwerk jäh aufgestemmt werden, und im schlimmsten Fall kann dann nur noch ein Abriss helfen … .

Jedoch, nicht immer ist ein kleiner Rohrbruch auch gleichsam für einen Totalschaden des Mauerwerks verantwortlich! Aber eine Frage bleibt dennoch: Warum muss ein Haus denn an sich überhaupt so kompliziert gebaut werden, dass gar das Mauerwerk teilweise kaputtgemacht werden muss, nur um irgendeinen x-beliebigen Schaden an den Leitungen zu reparieren?

Gewiss gibt es auf der Welt auch findige Leute, die sich als Erfinder eine Lösung auf so mach ein Problem zu basteln wissen. Warum werden also nicht die Häuser an sich viel einfacher gebaut, sodass sie sich gleichwohl ohne einen Abriss über Jahrhunderte kinderleicht in Stand halten ließen? Wäre es denn wirklich zu kompliziert, bestehende Baugewohnheiten zugunsten von Nachhaltigkeit zu verändern?

Hier ist der offenbar Punkt gefunden, der den Hausbesitzern Freude, jedoch den Bauunternehmern Kopfzerbrechen bereiten dürfte: Falls jedes gebaute Durchschnittshaus mit Leichtigkeit, und ohne das Mauerwerk irgendwie zu beschädigen, über Jahrhunderte nur durch kleinere Reparaturen in Schuss gehalten werde könnte, wie oft würde dann noch ein Haus komplett neu gebaut werden?

Traurig mutet es schon an, doch die ‘Wegwerfmentalität’, die leider zur Basis der heutigen Wirtschaft geworden zu sein scheint, hat wohl oder übel auch beim Hausbau Einzug gehalten!