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Bauarbeiter und Geschwindigkeit

Posted by Bauarbeiter Darsim on 30. August 2011 with No Comments as , ,

Auf dem Bau arbeiten Menschen, die zur Geschwindigkeit ein ganz besonderes Verhältnis haben. Ich war selbst einige Jahre im Rückbau tätig und hatte somit einen realen Einblick in die Welt des Baus.

Es wurde jeden Morgen vor Arbeitsbeginn im Groben überschlagen, was an diesem Tag zu schaffen sei. Dabei nahm der Anfahrtsweg konsequenterweise fast grundsätzlich doppelt soviel Zeit wie der Rückweg in Anspruch. Seinerzeit lag der Anfahrtsweg innerhalb der Arbeitszeit, wurde also vergütet. Der Rückweg sollte jedoch erst nach Feierabend angetreten werden, gehörte also in den schon privaten Zeitrahmen.

Im Rückbau brauchten wir eine gewisse Team-Rhythmik beispielsweise beim Abtragen der antiken Dachpfannen. Selbst unter Zuhilfenahme der Pfannenrutsche dürfen die Dachziegel nicht schneller nachgelegt werden, als sie unten abgestapelt werden können.

Was den Umgang mit konsistenzveränderlichen Materialien angeht, denke ich, kann ein aufbauender Handwerker sehr gut einschätzen, innerhalb welcher Zeit er Gips, Mörtel oder Ähnliches zu verarbeiten hat. Es passiert wohl hauptsächlich in den ersten Lehrjahren, dass eine Kelle im Putzeimer festtrocknet oder ein Zollstock flach zur Hälfte aus dem erhärteten Betonfußboden ragt und abgeflext werden muss.