Posts by date : October 2011

Inneneinrichtungsentscheidungen

Posted by Bauarbeiter Darsim on 29. Oktober 2011 with No Comments as , ,

Seit ein gewisses schwedisches Möbelhaus aus dem Verb „leben“ eine qualitativen Steigerung des Verbs „wohnen“ gemacht hat, und seit die Psychologie nicht mehr nur das menschliche Innenleben, sondern auch das Innenleben des Häuschens erobert hat, gibt es unzweifelhaft kein Zurück mehr:
Der moderne Mensch muss sich der Verantwortung seiner Zeit stellen.
Der gecoachte Mensch kann, auf der Couch eines Bekannten sitzend, den Charakter seines Gastgebers am Bücherregal ablesen: Kreative ordnen nach Farben, Analytiker nach Themen, Pragmatiker alphabetisch und Chaotische überhaupt nicht.
Ob man es tut oder nicht – man wird durchschaut. Angefangen bei der richtigen Wandfarbe, endend mit den passenden Accessoires, steht man bei der Inneneinrichtung vor folgendem übergeordnetem

Problem: der altbekannten Qual der Wahl, welche sich mit der ständig wachsenden Anzahl der Möglichkeiten potenziert. Doch die Lösung des Problems ist – nach den Gesetzen des modernen Lebens – eigentlich ganz einfach. Erstens ist der Begriff „Problem“ kein negativer, wenn man es nur mit einer positiven Lebenshaltung als interessante und willkommene Herausforderung betrachtet. Zweitens sollte man das tun, was einen selbst glücklich macht. Eigentlich und glücklicherweise, ist man mit diesen zwei Maximen gerade in Fragen der Inneneinrichtung gut bedient, denn ein schönes Zuhause macht glücklich und sämtliche Lifestyle-Magazine sind einem, im Wesen der Sache liegend, einen Schritt voraus, und halten für jedes „Problem“ die optimale Lösung bereit. Man muss nur Entscheidungen treffen….

Hausbau Geschichten

Posted by Bauarbeiter Nick on 25. Oktober 2011 with No Comments as , ,

Alles aus einer Hand. Das klang gut. Der Bauherr müsse sich praktisch um nichts kümmern. Der Bauleiter war der Freund des Fertighausverkäufers, der auch mit einem Mann befreundet war, der die wiederum um die Finanzierung kümmerte. Das Kümmern war natürlich nicht umsonst. Und im Nachhinein stellte sich heraus, dass es wesentlich günstiger gewesen wäre, wenn der Bauherr sich selbst gekümmert hätte. Bei allem Vertrauen, fehlte die Kontrolle.

Der Freund des Fertighausverkäufers suchte gar nicht nach einem Kredit mit den günstigsten Konditionen, denn er war ja mit einer bestimmten Bank verbandelt. Für seine Vermittlung kassierte er eine nette Summe. Der Bankmensch wiederum rechnete alles rosarot und war bereit, den Kredit ordentlich zu erhöhen – falls noch ein neues Auto gewünscht werde. Aber man müsse jetzt und heute den Kreditvertrag unterschreiben. Die Zinsen seien am Steigen. Leider war am Tag nach der Vertragsunterzeichnung das Gegenteil der Fall.

Für die Errichtung des Kellers schlug der Bauleiter einen befreundeten Bauunternehmer vor. Alles aus einer Hand … Das ließ sich gut an. Bis im Keller Feuchtigkeit die Wände hochzog. Ein kleines Missgeschick bei der Verlegung der Drainage. Der Bauherr ahnte Dunkles und zog einen Fachmann zu Rate. Der Experte legte eine zwölf Seiten lange Mängelliste vor. Unter anderem fehlt im Keller die Ringverankerung. Nacharbeiten? Schadensersatz? Der Kellerbauer erklärt gelassen: Dann melde er eben Konkurs an …

Helga M. aus B.

Von (Bau) Formularen und (Bau) Ämtern

Posted by Bauarbeiter Nick on 22. Oktober 2011 with No Comments as , ,

Wer mit dem Gedanken spielt ein Haus zu bauen, sollte sich vorab ein dickes Fell zulegen. Geduld und Leidensfähigkeit sind für Bauherren (und Damen!) unabdingbare Voraussetzungen, wenn sie nicht Gefahr laufen wollen, in der Psychiatrie zu landen. Noch bevor der erste Spatenstich getan ist, füllen Entwürfe, Antragsformulare, Versicherungspolicen sowie Angebote diverser Handwerksbetriebe, Verträge und Bescheide wenigstens einen kompletten Aktenordner.

Diese Aufzählung erhebt übrigens keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Je nach Art und Umfang des geplanten Objekts kann durchaus noch das eine oder andere Papierchen hinzukommen. Rechnungen zum Beispiel. Firmen und vor allem Behörden lieben es, Rechnungen zu stellen. Das Grundbuchamt besonders. Da ist es oft genug nicht nur mit einem Eintrag und einer Zahlung dafür getan – oh nein! Schon mal was von einem Voreintrag gehört, der erst nach einer bestimmten Frist zum endgültig amtlichen Eintrag wird? Man mag es kaum glauben, wie erfinderisch so ein als dröge und fantasielos verschriener Amtsschimmel doch werden kann, wenn es darum geht, neue Geldquellen aufzutun.

Gerade bei Bauherren (und Damen!) lässt es sich anscheinend besonders gut (und tief!) in den Taschen graben. Bis dann endlich auf dem Bauplatz gegraben wird, kann so manchen bereits vorher die Pleite ereilt haben – oder der komplette Verlust des Verstandes eingetreten sein.