Die Stadt von morgen
Wer sich mit der Geschichte der Menschheit auskennt, der stößt immer wieder auf Phasen, in denen Neuerungen aufkamen, die kurzfristig auch bald wieder in der Versenkung veschwanden, dann aber viel später in der Zukunft Einzug in unseren Alltag fanden! Nehmen wir Beton zum Beispiel: Die alten Römer nutzten schon diesen Baustoff, auch wenn er nach der Römerzeit zunächst in Vergessenheit geriet, und nicht vor Beginn des 20. Jahrhunderts Bestandteil unseres Alltags wurde.
Ein anderes Beispiel ist das Fensterglas. Obwohl schon zu antiker Zeit die Reichen sich Glasfenster einbauen ließen, blieb es bis zur Industrialisierung nur den wohlhabendsten Familien vorbehalten, sich verglaste Fenster leisten zu können! Glas geriet zwar, laut geschichtlicher Aufzeichnungen, nie ganz in Vergessenheit, was aber unbestreitbar ist, das sind die sprunghafte Verbreitung und die damit verbundene Bedeutsamkeit von Glasfenstern heutzutage.
So wie dem Beton oder dem Glas erging es auch anderen Errungenschaften der Menschheit. Dieser Prozess der ‘Wiederentdeckung’ ist quasi eine Art der Rückbesinnung auf Althergebrachtes, und zugleich ist es auch der erfolgreiche Versuch, die Gegenwart zu verändern, indem, mit dem Wissen der Gegenwart, Dinge und Techniken aus der Vergangenheit neu betrachtet werden, was dann mithilfe von Kreativität Neuerungen hervorbringen konnte!
Wir stehen momentan vor einem ernsten Problem: Unsere Städte wachsen, und dieser Wachstumsprozess ist dabei, auszuarten: Wenn die städtischen Ballungsgebiete von heute weiterhin so wie bisher weiter wachsen, dann bleibt den Bewohnern dieser zukünftigen Städte bald immer weniger die Möglichkeit, frische Luft einzuatmen und im Grünen spazieren zu gehen! In jeder zeitgenössischen Großstadt befinden sich Parks, doch überall außerhalb der als Park ausgewiesenen Gegend ist es überwiegend grau: Beton und Glas regieren das Stadtbild.
In der Geschichte gab es vielerseits Bemühungen, die Vorzüge der Städte mit denen der ländlichen Gegenden zu kombinieren, doch bis heute hat sich das Prinzip ‘grüne Stadt’ nicht konsequent durchgesetzt. In Paris gab es beispielsweise im 19. Jahrhundert den Versuch, die großen Boulevards, die wir heute kennen, zu schaffen, und quasi entlang jener Boulevards anstelle einfacher Bürgersteige komfortable Parks anzulegen! Letztendlich wurden viele der geplanten Boulevards auch angelegt, und einige der Parks wurden errichtet, Paris war ‘begrünt’ worden und hatte viele seiner vormals engen Gassen zugunsten breiter Boulevards verloren.
Leider brachte später der Siegeszug des Automobils schließlich die Abschaffung der Parks entlang der Boulevards mit sich, was im Effekt nun überbreite Asphaltstraßen und einfache Bürgersteige, anstelle der gerade vormals angelegten Parks, bedeutete. Breite Straßen passten besser zum Auto, als das Auto in die schmale Straße … .
Andernorts gibt, und gab, es auch Ansätze für die Neukonzeption von Städten … , doch das Bemerkenswerteste ist, dass schon die Urvöker Amerikas, lange bevor Kulumbus aufbrach, ‘Indien’ zu finden, ihre Städte so zu bauen pflegten, dass Agrarnutzung, Stadtinfrastruktur und Lebensqualität nahezu optimal aufeinander abgestimmt waren! Nachdem die Bevölkerung in den Städten dann aber das kritische Maß überstiegen hatte, reichte eine Kleinigkeit schon aus, um Panik um sich greifen zu lassen. Man stelle sich, zum veranschaulichenden Vergleich, einfach ein total überfülltes Fußballstadion vor … ! Die Panik griff offensichtlich so weit um sich, dass die Städte verlassen wurden und damit die Stadtkultur jener Völker jäh verschwand.
Der Mensch braucht lebendige Bäume und Pflanzen um sich herum, sonst wird er krank! Wäre es nicht gut, gerade in der heutigen Zeit, wo augenkundig ein ‘Glaspalast’ nach dem anderen errichtet wird, einmal nach einer stimmigen Gesamtkonzeption der Stadt von morgen zu sinnieren?
Gras drüber wachsen lassen …
Seitdem der neue Nachbar im Haus nebenan eingezogen ist, hat sich Vieles verändert! Zuerst hat er die schöne Hecke rausgerissen, dann hat er mehrmals versucht, einen Zaun zu bauen, doch dieser wollte nie recht stehen bleiben … . Schließlich wurden dann von ihm Profis engagiert, die sein Grundstück nun standardmäßig abgetrennt haben, jedoch so schön und praktisch wie die alte Hecke wird es nimmer mehr!
Es steht fest, dass manche Leute eben zwei linke Hände haben, wenn es um Gartenarbeit geht! Aber warum muss man sich eigentlich überhaupt um den Garten kümmern? – Einige Menschen planieren einfach ihren Garten, wieder andere lassen alles einfach wachsen, wie es will.
Man kann sich seinen Garten sogar wörtlich über den Kopf wachsen lassen, und Gras auf dem Dach sähen! Oft finden sich grasbewachsene Dächer zwar noch nicht, doch das Gras auf dem Dach klimatisiert sich selbst, und so wird es drinnen auch im Sommer nie zu heiß. Kann man das überhaupt mit Dachpfannen vergleichen?
Normale Dächer sind entweder flach, ganz wie ein Bungalow, oder haben einen Giebel, was sie aber in jedem Fall gemeinsam haben, das ist das Baumeterial: Stein! Es gibt zwar hin und wieder noch Reetdachhäuser oder Schindeldächer aus Holz zu bestaunen, meistens herrscht aber dennoch Stein vor auf deutschen Dächern. Holz auf dem Dach hat gegenüber Stein den Vorteil, dass es nicht die Wärme speichert, sondern wärmeisolierend wirkt, gleichwohl ist es kein ‘aktiver’ Baustoff!
Wer Rasen auf seinem Dach hat, der hat hingegen ein quasi ‘lebendiges’ Dach: Das Gras wächst, nimmt Wasser mit den Wurzeln auf und verdunstet von der Blattoberfläche aus Feuchtigkeit, sodass ‘Verdunstungskälte’ entsteht, nur soviel, dass die Temperatur ausgeglichen wird: Moderne Mikrochiptechnik könnte aufwändige Kühlsysteme in ebenso einer Weise steuern, jedoch ist Gras an sich etwas viel Natürlicheres, und außerdem ist es viel günstiger im Betrieb, was es wiederum ideal macht für Hausdächer!
Diejenigen Leute, die schon einmal in Paris waren, werden wohl auch den ‘Palais Omnisports de Paris-Bercy’ kennen, eine teilweise mit Gras bewachsene Sporthalle in Pyramidenform, die mitten in Paris, am Rande eines Parks, steht! Konzerte von Weltstars werden dort allerdings auch noch abgehalten, also nicht nur ausschließlich Sportveranstaltungen … .
Ein Haus mit Gras bewachsen zu lassen, kann also nicht nur chic und modern sein, sondern auch das Wohnklima verbessern, und obendrein noch helfen, einen naturverbundeneren Lebensstil zu verfolgen. Ein Rasen ist nicht nur etwas für englische Snobs und Golfspieler: Er lebt!
Elektrisch!
Im Hausbau gibt es manch erfreuliche Tatsachen, und auch manch weniger erfreuliche … . Eine erfreuliche Tatsache ist, dass die meisten Häuser nicht unter ihrem Eigengewicht zusammenbrechen, so wie manchmal über Einzelfälle im Fernsehen berichtet wird! Eine weniger erfreuliche Tatsache ist aber, wie schwierig doch ein Haus instandzuhalten ist!
Man kennt es ja: Am Anfang denkt man sich, das Haus steht, und nun braucht man keine Reparaturen mehr zu fürchten, außer vielleicht ein paar Kleinigkeiten dann und wann. Aber nach ein paar Jahrzehnten spätestens merkt man, dass viele Dinge, die vormals stabil und beständig schienen, in Wahrheit, beinahe wie programmiert, ihren Geist aufgeben! – Spukt es also im Haus?
Es ist nicht sonderlich schwierig, ein paar Wasserrohre austauschen zu lassen, oder das Dach neu decken zu lassen … . Was aber macht man, wenn die elektrischen Leitungen marode sind und erneuert werden müssen? – Dann werden alle nötigen Wände und Decken mühevoll aufgestemmt, die defekten Leitungen ausgetauscht, und anschließend wird wieder Putz darübergeschmiert! Ist das nicht furchtbar kompliziert?
Wenn elektrische Leitungen so verlegt werden könnten, bespielsweise in Rohren, dass sie jederzeit ohne Mühe ausgetauscht werden könnten, zum Beispiel durch zentral gelegene Zugangsöffnungen in jedem Zimmer, wieviel Zeit könnte ein Installateur dann sparen bei der Neuinstallation elektrischer Leitungen? – Ja, der Installateur könnte in dem Fall wie ein Puppenspieler einfach an den Kabeln ziehen, und sie gehorchten ihm!
Nun, in der Hausbautechnik gibt es noch viel Spielraum für Innovationen! Welcher clevere Geschäftsmann wittert nicht gerne die Chance, als Erster seinen Kunden ein Mehr an Komfort bieten zu können? – Wir dürfen also gespannt sein, wie sich der Hausbau in der Zukunft verändern wird!
Heiß oder kalt?
in Bautipps
as Heizung, Technologie, Wärmeleitung
Technologie ist eigentlich nichts anderes als dass puzzleartig immer neue Entwicklungen in unser Leben Einzug halten, um es uns zu ‘erleichtern’. Der Buchdruck zum Beispiel machte es möglich, eine ganze Seite Text auf einmal zu Papier zu bringen, anstatt einige Studen kunstvoll, in bester Druckschrift und von Hand, mühsam Seite für Seite, immer und immer wieder abschreiben zu müssen. Daran erkennt man: Technologie ist das Mittel, uns die monotonen Dinge des alltäglichen Lebens abzunehmen, damit wir für abwechslungsreichere Tätigkeiten Zeit haben!
Sei es in der Agrarwirtschaft oder beim Bau, wir müssen immer weniger diejenigen Arbeiten verrichten, die nur konsequent geplante Arbeit erfordern, denn solche Art von Arbeit kann heute einfach systematisiert und an Maschinen umdeligiert werden. Nichtsdestotrotz bleiben einige Aufgaben an intelligenten Menschen hängen, denn schließlich erfinden Maschinen ja nichts, sie führen nur ihnen übertragene Arbeiten aus!
Wenden wir uns beispielsweise dem Konzept der Heizung zu, stellen wir fest, dass eine Wohnraumheizung in heißen Gegenden unnötig, dafür aber Kühlung dort gern gesehen ist. In unseren Breiten benötigt man Heizungen, und die beliebteste Form der Wohnraumheizung ist hierzulande die Zentralheizung, bei der warmes Wasser durch Heizkörper gepumpt wird. Dort, wo es sehr kalt ist, benötigt man jedoch eine andere Art von Heizung, denn wenn Wasser in den Heizungsrohren gefriert, dehnt es sich aus und ‘sprengt’ quasi die Rohre! Bei entsprechender Kälte kann man das Einfrieren von Wasserrohren nie ganz ausschließen.
Man kann Wärme entweder durch Umlauf, auch Konvektion genannt, transportieren, oder durch Leitung. Jagt man heiße Luft oder heißes Wasser durch Rohrleitungen, um damit Heizkörper zu betreiben, so hat dies zwar auch Vorteile … , aber wenn irgendwo ein Rohr undicht wird, dann ist Panik an der Tagesordnung, ganz besonders im Winter!
In der Computerindustrie wird immer wieder von der ‘Solid State’-Technologie gesprochen, also davon, feste Stoffe statt flüssiger oder gasförmiger Substanzen technisch einzusetzen. Könnte man nicht Wärmeleitungen aus einem perfekten Wärmeleiter bauen, ganz ohne Flüssigkeit und Gas? – Das wäre dann ‘Solid State Heat Conduction’, oder so, weil ja dann Wärme nicht mehr über warmes Wasser oder warme Gase transportiert, sondern durch wärmeleitende Feststoffe geleitet werden würde! So ein System könnte leicht auch zum Kühlen genutzt werden, und damit wäre es dann auch weltweit gut nutzbar.
Zu wenig Platz?
Wer kennt das nicht? – Alle Räume sind großzügig angelegt, und dennoch bekommt Einen dieses beklemmende Gefühl, der Raum wäre zu eng! Das hört sich zwar im ersten Moment nach der Beschreibung von Platzangst an, jedoch tatsächlich erscheinen Räume, je nach ihrer Dekoration und Ausstattung, eben mal größer, oder auch mal kleiner.
Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass helle, leere Räume größer wirken als dunkle Räume, die vollgestellt sind mit Möbeln. Klar, wenn die Sonne auf die Tapete scheint, und sie ist total weiß, dann tut es in den Augen weh, sie anzuschauen, ja der ganze Raum scheint dann viel zu hell zu sein! Deshalb ist nicht automatisch die hellste Tapete die beste. Überhaupt, sei es Farbe oder Tapete: Dort, wo die Sonne direkt hineinscheint, empfiehlt sich eine leicht dunklere Raumgestaltung als dort, wo sowieso keine direkte Sonneneinstrahlung zu erwarten ist!
Was die Möblierung anbetrifft, kann man davon ausgehen, dass weniger oft mehr ist! Es macht beispielsweise also nur Sinn, ein Zimmer mit einem großen Luxussofa auszustatten, wenn niemand beim Gehen durch den Raum dadurch behindert wird … . Stellt man zuviel Mobiliar in eine Wohnung, verschlingt dies nicht nut unnötig viel Geld, sondern es erschwert zudem auch noch die Reinigung, da viele kleine Ecken eben schwieriger sauberzuhalten sind als eine große, zusammenhängende Fläche!
Aber selbst, wenn kein Raum mit Möbeln ‘verbarrikadiert’ ist und die Wände nicht zu dunkel gehalten sind, kann es vorkommen, dass ein Raum einfach zu klein wirkt! Im Regelfall kommt das dann daher, dass der Architekt einfach zu kleine Räume geplant hat. Doch sollte dem nicht so sein, dann gibt es noch einen Ausweg: Man kann eine Illusion schaffen!
Wenn man die ganze Wand in einem Raum mit Spiegeln verkleidet, erscheint zum Beispiel der Raum gleich doppelt so groß! Diesen Trick machen sich gerne Restaurants und andere öffentliche Etablissements zunutze. Warum kann man diesen Trick also nicht auch zu Hause anwenden?
Eine weitere Möglichkeit besteht in der Beruhigung der Nerven, beispielsweise durch eine Fototapete, die Einen glauben lässt, man wäre im Wald, oder am Strand … ! Wäre es nicht schön, sich in den eigenen vier Wänden richtig wohlzufühlen?
Wie auch immer die Lage aussehen mag, es gibt immer eine Lösung für das Raumproblem!
Disco!
“Spieglein, Spieglein an der Wand … ” heißt es in einem Märchen. Doch, nicht jeder, der in einen Spiegel sieht, ist auch egoistisch und vom Schönheitswahn befallen! Spiegel sind vielmehr dazu da, zum einen eine Möglichkeit zur Selbstbetrachtung zu schaffen, zum anderen aber auch, den Raum mit Lichtreflexen aufzuhellen.
Trifft Licht auf einen Spiegel, dann wird es zum größten Teil reflektiert. Das reflektierte Licht wird auf eine Weise sozusagen ‘umgeleitet’, die spezifisch für den jeweiligen Spiegel ist. Im Normalfall sind Spiegel planar, das heißt, sie strahlen als ebene Fläche das auftreffende Licht wieder ab.
In einer Disco ist es aber auch üblich, wenn schon nicht einen kugelförmigen Spiegel, dann doch aber eine Kugel, bestückt mit vielen kleinen Spiegelstückchen, an die Decke zu hängen, damit, sobald die Kugel von einem Scheinwerfer angestrahlt wird, sich viele kleine Lichtpunkte im Raum verteilen können. Wird dann die Discokugel auch noch, wie allseits beliebt, in Rotation versetzt, so entsteht der Eindruck, viele Lichtpunkte würden sich durch den Raum bewegen!
Wer aber den erstaunlichen Effekt einer Discokugel kennt, der weiß auch, dass Spiegel zur Gestaltung von Räumen geradezu ungeahnte Möglichkeiten eröffnen! Wenn man dann auch noch Spiegel unterschiedlicher Größe zusammen mit stilvollen Farbfiltern, beispielsweise farbigem Glas, geschickt kombiniert, kann der Wohnraum auf einmal richtig magisch wirken, fast wie in Aladdins Schatzkammer: Überall blitzt es und blinkt es in allen möglichen Farben … .
Auch wenn man von einer Wohnatmosphäre à la Disco nichts hält, muss man sich mit dem Thema aber zumindest auseinandersetzten, inwiefern Lichtreflexe im Wohnraum erwünscht, oder gegebenenfalls sogar kontrolliert lenkbar sind!
Ein Haus auf dem See
In Deutschland wohnen die meisten Leute an Land. Die glücklichen Menschen, die an der Küste wohnen, oder an einem Gewässer, könnten aber auch anders wohnen … . – Nein, man muss nicht gleich auf ein Boot umziehen, um dem Wasser näher zu sein: Eine alternative Bauweise für ein Haus reicht schon aus, damit man dem Wasser wirklich nahe kommt!
Nicht nur im hohen Norden, sondern auch weltweit an vielen Orten, findet man Häuser, die entweder teilweise oder auch ganz auf Pfählen im Meer stehen! Diese Häuser sind meistens aus Holz und wurden in früherer Zeit gerne von Fischern genutzt. Heutzutage ist diese originelle Wohnart besonders beliebt bei Reisenden, die Ruhe und Erholung suchen, denn: Wasser beruhigt!
Gewiss hat nicht jeder Mensch das Privileg, am Wasser zu wohnen. Doch wer am Wasser wohnen will und kann, der sollte sich vielleicht einmal darüber informieren, ob ein Haus im Wasser vielleicht eine Alternative zum Landhaus wäre … !
Jene Vorfahren, die an den Küsten lebten, versuchten mit aller Kraft, dem Meer mithilfe von Dämmen Land abzutrotzen. Heute ist aber klar, dass man an der Küste auch ganz einfach Häuser im Wasser bauen kann! Ob man sich dabei nun als Wikinger oder als Pionier modernen Hausdesigns fühlt, ist dem Interessierten dabei selbst überlassen.
Auch die Art, wie wir Häuser bauen, und wie wir wohnen ist, wie vieles Andere auch im Leben, zwar genormt, jedoch stetig in Bewegung! Wäre es da nicht verwunderlich, wenn alte Traditionen dem Hausbau von heute keine Innovationen mehr bescheren würden?
Nahe am Wasser
Ein alter Heimatfilm läuft im Fernsehen und Oma fängt an, zu weinen! – Da meint Opa: “Du hast zu nah am Wasser gebaut!” . Doch Oma kann nicht anders, als über das Ünglück der Personen im Film zu trauern, und das unerwartete Glück jener mit Freudentränen zu begrüßen!
Nun, nicht jeder weint bei einer ergreifenden Filmszene … . Aber nah am Wasser haben dennoch Viele gebaut! – Wie das möglich ist? – Manche Leute besitzen ein Haus am Meer, an einem See oder einem Fluss: Die Nähe zum Wasser übt eine nicht mit Worten zu erklärende Faszination auf jene aus, die am Wasser wohnen!
Schon seit Jahrtausenden siedeln die Menschen gerne am Wasser. So ist es kein Wunder, wenn im einem Menschen so eine Art ‘Urinstinkt’ wieder hochkommt, wenn er beispielsweise an einem Strand entlanggeht und dabei den Wellen zusieht und zuhört!
Wasser ist die wichtigste Substanz auf dem Planeten Erde: Das Wasser der Meere und der bläuliche Schein des Luftsauerstoffs machen die Erde zum ‘blauen Planeten’! Unmissverständlich bedeutet Wasser für das Leben auf der Erde eine Zukunft. Ein Haus an einem sauberen Gewässer ist also nicht nur ein ruhiger Platz zum Entspannen, sondern dieser Ort vermittelt auch Lebenskraft!
Nahe am Wasser zu bauen kann aber auch manchmal mit baulichen Schwierigkeiten verbunden sein. Wer zum Beispiel sein Haus direkt bis zur Wasserkante bauen lassen will, der wird komplizierte Bautechniken in Betracht ziehen müssen! – Pfähle, die in den Boden gerammt werden, sind da keine Ausnahme, doch das starke Rammen kann auch Gebäude im Umfeld schädigen, ähnlich kleinen Erdbeben!
Am besten ist, man lässt den Strand, so wie er ist, und baut einfach einige Meter vom Wasser entfernt!
Puppenstube
Ach, wie ist es schön, wenn das kleine Töchterchen mit ihren Puppen spielt! Möchte man da nicht auch gerne wieder ein Kind sein?
Kinder sind alles, was die Welt von Morgen braucht. Wenn wir die Kinder von heute zu glücklichen und fröhlichen Menschen machen, dann werden die Erwachsenen von morgen zufriedene Leute sein! Gibt es aber nichts, was wir schon heute von unseren Kindern lernen können?
Nehmen wir uns das Beispiel mit der Puppenstube: Das kleine Kind spielt das Leben der Erwachsenen nach, mit Waschmaschine, Toaster, Tapete und Fußbodenbelag … . Wenn wir uns also unsere neue Wohnung, oder unser neues Haus planen wollten, könnten wir dann nicht einmal wieder Kind sein?
Eine Puppenstube kann ein ganzes Haus nachbilden. Das bauen einer solchen Stube ist viel Arbeit: Besonders die Details wie Kronleuchter usw. sind schwierig zu bauen! Wenn wir also solch ein Projekt beginnen, werden wir unseren Kindern zum Vorbild, und gleichermaßen sind uns unsere Kinder auch das Vorbild, nach neuen Ideen Ausschau zu halten und zu basteln! Es treffen die Generationen aufeinander und jeder lernt und lehrt etwas Nützliches!
Wollen wir also unser zukünftiges Haus gut planen, wäre es dann nicht eine fantastische Idee, alles erst einmal in Miniatur als Puppenstube vorzubauen? – Als Nebeneffekt hätten wir dann auch gleich ein Weihnachtsgeschenk für unser Kind: ein fertiges, selbstgebautes Puppenhaus!
Es gibt im Leben keine schönere Freude, als ein Kind zum Lachen zu bringen! Gemeinsames Basteln, natürlich mit Vorsicht, damit sich die Kinder nicht verletzen, ist eine gute Möglichkeit, ein Kinderherz, und auch das eigene Herz ebenso, höher schlagen zu lassen!
Ein Haus von außen
Häuser untereinander sehen von außen meist sehr ähnlich aus. Drinnen klebt gemusterte Tapete an den Wänden, doch draußen … nichts als Schlichtheit! Wäre es nicht eine Idee, wenn ein Haus von außen etwas peppiger wirken könnte?
Wer sich sein Haus außen glatt verputzen lässt, könnte mit etwas handwerklichem Geschick die Hauswände von außen genauso schön aussehen lassen, wie Fußböden und Wände drinnen! Da Tapete und andere ähnliche Materialien normalerweise für den Innenbereich geschaffen sind, muss natürlich die Aufbringung speziell auf Haltbarkeit und Wasserfestigkeit ausgelegt werden.
Wir könnten also unsere Wohnhäuser optisch viel ansprechender gestalten, wenn wir wollten! Ob die deutschen Bauvorschriften aber solch extravagante Außendesigns billigen würden, vermag ich nicht auszumachen … . Sollte solch eine Hausgestaltung vielleicht nicht zulässig sein, dann eignet sich dieses Design höchstens für Puppenstuben!
Was aber fakt ist: Deutsche Wohnhäuser sehen von außen selten sehr ansprechend aus! Was waren da doch die alten Fachwerkhäuser noch für Schmuckstücke, mit ihren dunkelen Balken und hellen Flächen … ! Nun, Häuser werden heute weder wie Burgen aus Naturstein, noch wie früher als Fachwerk errichtet: Heutzutage wird meist entweder mit Backstein oder mit Beton gearbeitet!
Im Vordergrund stehen beim Bau leider nicht alle charakteristische Materialeigenschaften, stattdessen wird nach dem billigsten Material gesucht, das gut haltbar und einfach zu verarbeiten ist. Ein Fachwerkhaus steht beispielsweise im krassen Gegensatz zur modernen Bauphilosophie “schnell, einfach und billig”: Wie das Wort schon sagt, ist es eine Menge an Facharbeit, die benötigt wird, um ein Haus in solch einer Weise zu bauen!
Unter den vielen Möglichkeiten, sein Haus funtionell und optisch zu gestalten, muss man selber nicht unbedingt diejenige wählen, für die am meisten geworben wird. Man sollte eher die moderne Großbibliothek namens ‘Internet’ nutzen, um sich selber ein Bild darüber zu machen, welche Designs und Techniken für das eigene Budget und die eigenen Bedürfnisse passend sind!
Also gilt es: Klar denken und weise planen!